«Chrüter-Oski» 14.03.2010 05:00

Ursula und Oskar Marti zügeln nach Meggen

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Zügelstimmung: Ursula und Oskar Marti nehmen Abschied von ihrer Mosspinte in Münchenbuchsee. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Zügelstimmung: Ursula und Oskar Marti nehmen Abschied von ihrer Mosspinte in Münchenbuchsee. (Bild André Häfliger/Neue LZ)
Zügelstimmung: Ursula und Oskar Marti nehmen Abschied von ihrer Mosspinte in Münchenbuchsee. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Vorschau Zügelstimmung: Ursula und Oskar Marti nehmen Abschied von ihrer Mosspinte in Münchenbuchsee. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Oskar Marti, der berühmte «Chrüter-Oski», hat seine «Moospinte» im bernischen Wiggiswil bei Münchenbuchsee verkauft und zügelt gerade ins heimatliche Luzernische, nach Meggen.

«Ganz leicht fällt uns der Abschied natürlich nicht», sagt der 62-jährige Gastrostar Oskar Marti, der mit seiner drei Jahre älteren, aus Wien stammenden Ehefrau Ursula seit 36 Jahren im Geschäft war. «Aber wir sind jetzt sehr glücklich, dass wir nach zwei Jahren zum Teil zähen Verhandlungen die Nachfolge endlich perfekt regeln konnten.»

Das Wirte-Ehepaar, das seit 39 Jahren verheiratet ist, war 25 Jahre lang im Besitz der «Moospinte». In Entlebuch hatten die Martis zuvor 11 Jahre lang das Restaurant «Drei Könige» geführt. In all dieser Zeit haben sie 94 Lehrlinge ausgebildet. «Chrüter-Oski» war zudem Prüfungsexperte an Hotelfachschulen, publizierte insgesamt 15 Fachbücher und wurde durch seine zahlreichen Auftritte an Radio und im Fernsehen bekannt.

Warum zieht es die Martis jetzt zurück ins Luzernische? «Das ist mein Heimatkanton», sagt Oskar Marti, der aus St. Urban stammt. «In Meggen lebt mein Bruder und in Luzern und Umgebung haben wir einen grossen Freundeskreis. Zudem haben wir uns im Herzen der Schweiz haben immer sehr wohl gefühlt.» Ist in der neu-alten Heimat denn auch ein Garten vorhanden? «Aber sicher», schmunzelt Marti. «Ich konnte da bereits letzten Frühling 120 Safran-Zwiebeln setzen und hatte im Oktober eine reiche Ernte», erzählt Marti. Seine Augen funkeln und man spürt, dass er noch lange nicht genug hat von seinem Lebenswerk, den Kräutern und der gesunden, naturnahen Ernährung mit vorwiegend saisonalen und regionalen Produkten.

Keine Langeweile 
«Keine Angst, ich bleibe aktiv», lächelt Marti. Dreierlei hat «Chrüter-Oski» vor:

  • Zum einen sehe er sich künftig in der Rolle eines «Gastroflüsterers», als einer, der auf Anfrage «Stärken und Schwächen eines Betriebes» beurteil und dann «Vorschläge für ein Konzept» entwickeln, das die «Stärken von Wirt und Lokal» abgestimmt sei.
     
  • Weiterhin will sich Marti zudem in der vor zwei Jahren gegründeten Kinderstiftung «Cocolino» engagieren. «Da will unser Keckes Büsi Cocolino Kinder zu lustvollem Kochen und Essen mit vielfältigen Naturprodukten animieren. Auch gute Tischmanieren sind ein Thema», erläutert er. Rund 20 Fachexperten seien dazu in Migros-Klubschulen im Kanton Bern und Solothurn bereits ausgebildet worden, weitere sollen im ganzen Land folgen. Geplant ist auch eine «Cocolino»-Akademie.
     
  • Schliesslich ist der kreative «Chrüter-Oski», der auch als Referent immer noch sehr gefragt ist, unter die Erfinder gegangen. «Auf Basis von Traubensaft habe ich ein kohlensäurefreies Getränk mit 30 bis 40 Gewürzen und Kräutern entwickelt und suche jetzt noch einen Lizenznehmer», erzählt Marti. «Oskar» heisst die feine Kreation. Da drängt sich Oscar J. Schwenk, der Chef der Nidwaldner Pilatus-Flugzeugwerke, der als Privatmann gerade «Knutwiler»-Mineral übernommen hat, als Partner geradezu auf…

Der Hüftschwung von Elvis 
«Man soll ja schliesslich nicht extra nach Hollywood reisen müssen, um einen Oscar zu bekommen», lacht Marti, der immer fröhliche und gutgelaunte Gastrostar. Liebevoll streichelt er dabei seinen dreijährigen Labrador Elvis. Und lacht weiter: «Er hat einen Hüftschwung wie damals der grosse Elvis auf der Bühne!» 

André Häfliger

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