Sergio Sardella
Sergio Sardella: Zoobesuch
Als 19jähriger Kadett ging ich mal mit meinem Opel mütterlicherseits, der es bis zum Comodore geschafft hatte, in den Zoo. An der A-Klasse zahlten wir einige Ducatos und erhielten eine Vignette .
Gleich flitzte ich zum Fiat Panda Gehege. Dort sahen wir die Panda Mutter Namens Renault mit den strammen Jungtieren Xsara und Xantia rumturnte. Begeistert rief ich Fiat Bravo, Fiat Brava! Auf dem Weg zu den Raubtieren, ich wollte unbedingt den Seat Leon sehen, cruisten wir an einer kleinen Laguna mit bunten Lotus-Blumen vorbei: In einem kleinen Maybach badeten einige französische Wellblech Enten.
Eine tiefer gelegte Tierpflegerin im hautengen Mini Cooper erklärte uns spontan den Weg zum Jaguar Gehege. Ich fragte meinen Opel ob er das heisse Chassis bemerkt habe. Dieser meinte nur, dass dieser Frontspoiler in der Art ab Werk nicht erhältlich sei! Da habe jemand rumgetunt!
Bei den Raubtieren besuchten wir das Ford Puma-Haus: Der Seat Leon enttäuschte mich; den König der Tiere, hatte ich mir eigentlich grösser vorgestellt. Na ja, dafür war der Tigra geschmeidig und sportlich! Dann ging es zu den Kaiser-Twingos, die standen sechsspurig im Stau und wartete auf einen kühleren VW Vento. In den Aquarien sahen wir uns Hummer und Corvetten an. Die australischen Renault Kangoos gefielen mir sehr gut; sie waren doch sehr geräumig, haben viel Stauraum im Frontbereich und sind aussergewöhnlich Antriebsstark obwohl sie ja einen Heckantrieb haben.
Plötzlich musste ich dringend aufs Clio. Justy vor dem Clio-Haus stand dieses Megane Chassis von einer Tierpflegerin im Mini Cooper vor mir. Sie fragte mich, ob sie den ihr zugefahrenen Porsche Boxter-Hund kurz bei mir parken könnte. Ich stand nun einige Minuten mit dem herrenlosen Honda da, bis meine Ampel auf Rot schaltete. Ich ging über die Kreuzung direkt ins Damen-Clio. Als ich die Seitentür des Clio aufriss und ich ihre beiden funkelnden Zafiras erblickte, geriet mein Motor ins stocken.
Wie zwei helle Mercedes Halogen-Scheinwerfer strahlten mich ihre Augen mystisch an. Mein Motor überhitzte, der Kolben blieb stecken und ihr Pinin-Farina Kleid brachte meine Kühlflüssigkeit zum dampfen! Einfach Galaxy! Ich war sofort ganz Lada und dachte mir nur was für ein Lexus!
Spontan fragte ich: Volvo eine erfrischende Skoda zu uns nehmen? Sie stimmte zu und ging mit mir mit zu Bischi dem kleinen Bistro um die Ecke. Im Gespräch stellte sich schnell heraus, dass wir in der gleichen Klasse fuhren. Sie hatte einfach meinen Ritmo, war sportlich und spielte Golf. Ich war mehr der Polo-Typ, aber mit Ihr könnte ich mir eine Golf Party vorstellen.
Nach dem wir die Skoda getankt hatten, zerrte Sie mich Galant zurück aufs Damen-Clio. Dort öffnete Sie ihr manuelles Faltdach und zeigte mir ihre Airbags. Wow, waren die Galaxy! Die bringen jeden Crash-Test-Dummy ins Schwitzen! Ihr Focus konzentrierte sich auf meinen 7 Gang Schaltknüppel.
Sie sprühte soviel Carisma aus und war so Galant, dass ich sie ohne zu zögern an meinen Colt liess. Sie fragte mich, ob es für mich eine Primera wäre. Ich wurde ganz Micra und gestand, dass ich es bisher noch nie auf den Punto gebracht hätte. Sie beruhigte mich und meinte, dass Sie früher im Escort tätig war.
Die Prelude sei vor dem Concerto der Alfa und Omega. Smart glitt sie Ford und berührte meinen Frontera. Mein Spoiler vibrierte. Sie machte sich gleich an meinen Sicherheitsgurt. Ihre Hand glitt im Transit an meinen Colt. Ich hatte einen riesigen Calibra in der Hose. Ohne EPS, kam ich mächtig ins schleudern. Meine Differenzialsperre versagte und hatte Probleme mit meiner Hardware.
Innert vier Sekunden war ich von 0 auf 200. Die Fiesta ging mächtig los und für den Ford Probe war keine Zeit.
Der süsse Käfer war extrem heiss und ich griff ihr unter den Mini Cooper. Mit erstaunen ertastete ich einen Fiat Croma. Perplex stellte ich fest, dass das Megane scharfe Teil ein Ford Transit sein musste.
Sie hiess auch nicht Sharan sondern Rolls Royce und arbeitete vor dem Job als Tierpflegerin in einer Transit-Show im Cabaret. Da war es um mich Passat! Als junger Kadett hatte ich gleich ein Burn-out und es roch mächtig nach Gummi. Ich doofer Dodge war ja schliesslich noch kein richtiger Mustang. Nichts ist unmöglich! Mensch war ich ein Toyota! Wie konnte ich mich nur von diesem breiten Derière täuschen lassen. Ein Zeichen vom Créateur d’automobiles hätte ich mir schon erwartet! Die Mercedes-Sterne drehten sich wie ein Trabant!
Die gepimte Sharan oder besser gesagt der aufgemotzte Rolls Royce liess mich nicht nur an der roten Ampel stehen, sondern hatte mich mit stark überhöhter Geschwindigkeit voll in die Sackgasse fahren lassen!
Moral der Geschichte: Beim spontanen Kauf ab Platz sollte MANN immer überprüfen ob der Wagen hält, was er von Aussen her darstellt und auf dem Preisschild verspricht. Werft vor der Probefahrt immer einen prüfenden Blick unter die Haube - oder macht es in Zukunft wie ich - hört immer auf den weisen Rat des alten Opel!
Sergio Sardella
Weitere Meldungen
Heute in Luzern
Der grösste Online-Veranstaltungskalender für den Kanton Luzern »
Leserbriefe
Luzern
Besuch von drei Mädchen
»
Luzern
800 000 Fahrten: Nicht zumutbar
»
Luzern
Es geht um Bürgernähe und direkte Demokratie
»






