Pensionskasse droht Verlust von 8 Millionen
Sollten sie Anlagen halten oder verkaufen? Darüber haben die Verantwortlichen der Pensionskasse der Stadt Luzern vergangene Woche oft mit ihren Beratern der Luzerner Kantonalbank (LUKB) diskutiert. Die Kasse hat allein für 8 Millionen Franken strukturierte Produkte der mittlerweile insolventen US-Bank Lehman Brothers in ihrem Depot.
«Die Beurteilung der LUKB lautete noch am vergangenen Donnerstag, dass wir die Papiere halten sollen», erklärt Konrad Wüest, der Geschäftsführer der Pensionskasse: «Die Wahrscheinlichkeit eines Konkurses wurde als sehr gering eingestuft.» Die LUKB wollte zu dem Fall konkret Stellung beziehen, verweist aber darauf, dass ein Grossteil der Finanzwelt bis vergangenen Sonntag davon ausgegangen war, die Lehman-Bank gerettet werde. Eine Fehleinschätzung. Am vergangenen Montag musste die amerikanische Investmentbank Konkurs anmelden.
Gesamtvermögen 1,1 Milliarden
Dennoch hat Konrad Wüest die Hoffnung nicht aufgegeben, dass bei Fälligkeit der Papiere im Jahr 2011 ein Teil der Gelder an die Pensionskasse zurückfliesse. «Dies wäre der Fall, wenn Lehman Brothers von einer anderen Institution übernommen würde, welche für die ausgegebenen Schuldverschreibungen gerade stehen würde», stellt er klar. Dies ist nicht ganz auszuschliessen. Die britische Bank Barclays interessiert sich zumindest für die Bankgeschäfte von Lehman Brothers in Nordamerika. Das Insolvenzgericht in New York hat diesen Teilverkauf vorläufig gutgeheissen.
Die 8 Millionen Franken an Risikopapieren von Lehman Brothers, die die Pensionskasse der Stadt Luzern besitzt, entsprechen 0,7 Prozent des Gesamtvermögens der Kasse. Letzteres beträgt rund 1,1 Milliarden Franken. Insgesamt hat die Pensionskasse laut Wüest 35 Millionen Franken in strukturierte Produkte verschiedenster Emittenten investiert.
Hans-Peter Hoeren
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