Tierheim hat 24 Hunde eingeschläfert
Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat gegen das SOS-Tierheim in Gunzwil beim Amtstatthalteramt Sursee Strafanzeige eingereicht. Das Heim habe aus Platzgründen mutwillig 24 Hunde getötet, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
«Vor zwei Jahren haben wir zusammen mit der Susy-Utzinger-Stiftung für Tierschutz eine Aktion zur Rettung der Tiere geplant», sagt Bernhard Bader, Tierschutzkontrolleur bei Vier Pfoten und Anzeigeerstatter. Aber die Betreiber hätten sich dagegen gewehrt.
Das Tierheim war zur besagten Zeit voll
Das SOS-Tierheim in Gunzwil wehrt sich gegen die Vorwürfe und überlegt sich, ebenfalls Strafanzeige einzureichen - wegen Ehrverletzung. Die 24 Hunde seien unvermittelbare Stadtstreicher aus Italien gewesen. «Sie waren zu ängstlich, und es drohte die Gefahr, dass sie zubeissen würden, wenn sie sich bedroht fühlten», sagt Dieter Dilger, der mit seiner Frau Erika Dilger das Tierheim führt.
Klar ist, dass das Tierheim mit der Zeit zu voll war. «Wir haben vor einer Weile eine Reduktion des Tierbestands beantragt», bestätigt Kantonstierarzt Josef Stirnimann. Er sagt aber auch, dass bei schwer vermittelbaren, gefährlichen Hunden das Einschläfern durchaus eine vertretbare Lösung sei.
Das Tierheim war an Vier Pfoten überschrieben worden
Die 24 Hunde wurden laut Dilger nicht zusammen eingeschläfert, sondert in drei Etappen zwischen Juni und Oktober 2007. Bei sechs Tieren sei das nach Absprache mit dem Veterinäramt geschehen, und bei den restlichen 18 habe er mit seinem Tierarzt entschieden, diese einzuschläfern.
Sowieso ist Dilger überzeugt, dass die Anzeige aus einem anderen Grund eingereicht wurde. Der frühere Besitzer des Tierheims habe nämlich das Haus letztlich an seine Frau Erika Dilger vererbt. Davor sei es aber einmal auf Vier Pfoten überschrieben worden. Dilger sagt: «Das hier ist doch bloss ein Racheakt.» Bernhard Bader lässt das nicht gelten. «Wir hätten null Interesse an diesem Haus gehabt.»
Stefan Roschi
Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.
Weitere Meldungen
Heute in Luzern
Der grösste Online-Veranstaltungskalender für den Kanton Luzern »
Leserbriefe
Luzern
Sempach: Die Gedenkfeier ist nicht tot, sie liegt aber bereits im Sterben
»
Luzern
Tonnenweise Chemikalien
»
Luzern
Armeegegnern ist jedes Mittel recht
»





