Bildung 04.01.2010 11:41

Kanton Zug plant eine «Innovationsschule»

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Schulszene, hier in Finstersee. (Symbolbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Schulszene, hier in Finstersee. (Symbolbild Werner Schelbert/Neue ZZ)
Schulszene, hier in Finstersee. (Symbolbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Vorschau Schulszene, hier in Finstersee. (Symbolbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Eine Schule, die nicht an das kantonale Schulgesetz gebunden ist und experimentellen Charakter aufweist: Das soll im Jahr 2013/14 im Kanton Zug möglich werden.

Mit der Gründung einer so genannten «Innovationsschule» möchte der Bildungsrat im Kanton Zug einen «Meilenstein in der Schulentwicklung setzen und in der Schweizer Bildungslandschaft eine Vorreiterrolle einnehmen», wie es in einer Medienmitteilung heisst. Die Federführung für das Projekt liegt bei der Pädagogischen Hochschule Zug. Mit der Auflösung von Jahrgangsklassen, neuer Aufbereitung der Fächer, einer veränderten Lektionsstruktur mit Lernateliers sowie mit einer praxisnahen Mehrsprachigkeit sollen sowohl didaktisch wie pädagogisch neue Wege eingeschlagen werden.

«Flickwerk» soll ausgebügelt werden
Dabei zeige die Modellschule laut Bildungsrat auf, wie ganzheitliche Innovationen in der Schule möglich sind und das «unbefriedigende Flickwerk der dauernden Schul-Teilrenovationen», so Bildungsdirektor Patrick Cotti, durchbrochen werden könne durch eine in sich stimmige Gesamtentwicklung. Die gemachten Erfahrungen stehen, so Cotti, dann wiederum auch den anderen Schulen zur Verfügung.

Selbstverständlich stehe auch in der Innovationsschule das Erreichen der offiziellen Lernziele im Zentrum, wenn auch der Art und Weise, wie diese erreicht werden, viel Spielraum beigemessen werden dürfe. Die vorgesehene Modellschule hat dabei weder ein spezielles thematisches Profil, noch eine spezielle ideologische Ausrichtung.

Gemeinden können sich bewerben
Die Zuger Gemeinden sollen sich um die Innovationsschule bewerben können; danach wird entschieden, wo die Schule ihren Standort haben wird. Diese soll in bestehenden Schulanlagen rund 400  Schüler aufnehmen Die Innovationsschule wäre in der 7-jährigen Aufbauphase des Projektbetriebes nicht an das kantonale Schulgesetz gebunden, sie würde als offizieller Schulversuch anerkannt und voraussichtlich im Jahre 2013/2014 mit mehreren Jahrgängen gleichzeitig schrittweise gestartet werden. Anschliessend soll über eine mögliche Überführung in einen Regelbetrieb entschieden werden können.

Der Zuger Bildungsrat hat bereits im Frühling 2008 grünes Licht für die Ausarbeitung eines entsprechenden Projekts gegeben und nun das Konzept zu Handen des Regierungsrates verabschiedet. Dieser wird voraussichtlich Anfang Jahr über die Realisierbarkeit der Modellschule und die Mitbeteiligung durch den Kanton befinden.

scd

Innovationsschule
Nach Bielefelder Modell
Als Vorbild für das Zuger Modell dient unter anderem die Laborschule Bielefeld. Diese ist eine 1974 gegründete, staatliche Versuchsschule von Nordrhein-Westfalen und zugleich wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bielefeld. Diese geniesst einen «hervorragenden Ruf und kämpft mit langen Wartelisten interessierter Schüler bzw. deren Eltern», wie es in der Medienmitteilung heisst. Im Gegensatz zur Laborschule Bielefeld wird jedoch in Zug mit einer bereits bestehenden Schuleinheit gearbeitet.
scd
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