Stadt soll an besondere Bedürfnisse denken
Im Bericht zitiert Autorin Silvia Weigel den Leiter Gebäudemanagement der Stadt Luzern, Bruno Odermatt: «Wir planen nicht irgendetwas an den Leuten vorbei.» Weshalb sind dann so viele mit der Schliessung vorhandener WCs nicht einverstanden?
Natürlich gibt es Leute, die keine öffentlichen Toiletten benützen. Wer nur von zu Hause mit dem Auto ins Büro oder ins Restaurant fährt, braucht kaum ein WC unterwegs. Es gibt jedoch beispielsweise
• Leute mit Blasen- und Darmproblemen;
• Leute, die nachts auf dem Heimweg plötzlich ihre volle Blase spüren;
• Leute, die mit Kindern unterwegs sind, die plötzlich mal dringend müssen;
• Leute, die berufshalber in Aussenquartieren unterwegs sind (Lieferanten, Zustell- und Vertragsdienste, Handwerker).
Sie alle (und viele mehr) sind im Alltag auf öffentliche WC-Anlagen angewiesen. Werden deren Anliegen bei der «wohl durchdachten Planung» wirklich auch berücksichtigt, oder plant man nicht doch an diesen Leuten vorbei?
Es sei der Stadt und insbesondere dem hier federführenden Gebäudemanagement empfohlen, bei der Planung alle Aspekte – auch die nicht monetären, die persönlichen und die besonderen Bedürfnisse – einzubeziehen. Erst dann kann behauptet werden, dass nicht an den Leuten vorbeigeplant wurde.
Paul Kunz, Luzern
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